Ein Gartenhaus selbst bauen – worauf Sie achten müssen

Der Zweck eines Gartenhauses

Der Zweck eines Gartenhauses kann durchaus unterschiedlich ausfallen. Je nachdem, welche Wünsche und Vorstellungen Sie haben, lässt sich Ihr neues Gartenhaus ganz unterschiedlich einsetzen.

Der ursprüngliche Zweck liegt dabei natürlich in der Unterbringung der unterschiedlichsten Materialien. Spaten, Besen, Werkzeug, Blumenerde – all das, was Sie in Ihrem Garten benötigen, findet hier seinen Platz. Der Vorteil: Alles ist schnell bei der Hand und vor jedem Wetter gut geschützt. Sie benötigen keinen Stellplatz in Ihrem Haus, wodurch Ihnen wertvoller Stauraum verloren ginge.

Je nach Größe Ihres Gartens und der daraus resultierenden Größe Ihres Gartenhauses haben Sie natürlich auch die Möglichkeit, eine Hobbywerkstatt oder einen Aufenthaltsraum in Ihr Gartenhaus zu integrieren. Das ist vor allem in Schrebergärten der Fall. Diese Gärten liegen abseits des eigenen Hauses und dienen Ihnen als Erholungsort. Vorwiegend natürlich im Sommer. Hier ist es nicht unüblich, den Raum mit Couch, Stühlen und Tischen zu bestücken und eventuell sogar einen TV zu installieren. Familien verbringen hier ihre freie Zeit und genießen das Wetter und die Natur.


Gartenhaus

Wann Sie eine Baugenehmigung benötigen

Das Thema Baugenehmigung kommt auch bei einem Gartenhaus auf. Sie werden jetzt vielleicht denken, dass Sie für ein kleines Gartenhaus, in welchem Sie ausschließlich Ihre Materialien unterbringen möchten, keine Genehmigung durch das Bauamt brauchen. Diese Annahme ist leider falsch. Eine weitere Tücke: Ihre Nachbarn. Auch mit Ihren direkten Nachbarn sollten Sie kurz klären, ob sie sich an einem Gartenhaus stören würden. Das hat nicht nur Gründe der Höflichkeit, sondern bewahrt Sie auch davor, missmutige Stimmung in Ihrer direkten Nachbarschaft zu erzeugen.

In einigen Bundesländern dürfen Sie Ihr Gartenhaus bis zu einer gewissen Größe ohne jede Genehmigung erbauen. Ob Sie in diesem Fall mit Ihren Nachbarn Rücksprache halten oder nicht, liegt ganz in Ihrem Ermessen. Sollte sich ein Nachbar im Nachhinein an der Konstruktion stören, Sie benötigen jedoch keine Baugenehmigung, dann hat Ihr Nachbar auch nicht das Recht, einen möglichen Abbau zu fordern.

Ob und wenn ja ab welcher Größe Sie eine Baugenehmigung beantragen müssen, erfahren Sie am einfachsten direkt bei dem Bauamt vor Ort. Ein kurzer Besuch und eine entsprechende Nachfrage lohnt sich immer, da sich die Gesetzmäßigkeiten von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können. So sind Sie immer auf der sicheren Seite und wissen ganz genau, was erlaubt ist und was nicht.

So laufen Sie nicht Gefahr, Ihr Gartenhaus, welches Sie in Eigenarbeit errichtet haben, wieder abbauen zu müssen und so viel Geld und auch Zeit zu verlieren.

Verlieren Sie die Maße nicht aus den Augen

Ein kleiner Garten mit drei Beeten und einem kleinen Teich, dominiert von einem riesigen Gartenhaus oder ein großzügig angelegter Schrebergarten mit viel Erholungsfaktor und breiten Beeten, bestückt mit einem kleinen Häuschen, welches gerade einmal Gartengeräte aufnehmen kann. Beides passt nicht zueinander und das sollten Sie in Ihrer Planung berücksichtigen. Machen Sie sich bereits vor dem Bau Ihres eigenen Gartenhauses darüber Gedanken, für welche Zwecke Sie Ihr Häuschen einsetzen möchten und wie genau die Inneneinrichtung aussehen soll. Auf die Proportionen im Verhältnis zu Ihrem Garten kommt es an.

Diese Materialien und Werkzeuge benötigen Sie für Ihr Gartenhaus

In der Regel werden Gartenhäuser aus dem natürlichen Material Holz errichtet. Das hat den besonderen Vorteil, dass sich Ihr zukünftiges Gartenhaus optimal in die Umgebung eingliedern lässt und so der natürliche Charme Ihres Gartens und der angrenzenden Natur nicht beschädigt wird. Deshalb benötigen Sie für die unterschiedlichsten Teile Ihres neuen Häuschens verschiedene Hölzer, deren Länge, Art und Form Sie selbst bestimmen. Hierbei kommt es einzig und allein darauf an, wie groß Ihr Gartenhaus werden und welche Form es aufweisen soll.

Folgende Materialien benötigen Sie, wenn Sie ein Gartenhaus selbst bauen möchten:

  • Für das Fundament Zement zuzüglich Sand
  • Für die verschiedenen Teile des Hauses Lagerholz, Blockbohlen, Kanthölzer, Bretter, Dachbalken, Dachschalung
    (Die Bretter nutzen Sie, um Zargen für Fenster und Türen entstehen zu lassen. Auch die Kanthölzer kommen für diesen Zweck zum Einsatz. Und die Bodenbretter nicht zu vergessen.)
  • Schindeln für das Dach
  • Fußbodenleisten als Abschluss
  • Zum Verbinden der Hölzer Schrauben, Holzleim und Nägel
  • Zur Nachbearbeitung Farbe und Beize

Für die verschiedenen Hölzer gilt, dass es immer von Vorteil ist, wenn Sie diese beim Zuschnitt mit einer Falz und Nut versehen lassen. So haben Sie die Möglichkeit, die einzelnen Teile leicht und schnell ineinanderzustecken. Das bringt den Vorteil mit sich, dass Sie viel weniger Verbundmaterial benötigen und eine höhere Stabilität erzeugen. Auch der Verzug des Holzes wirkt sich dann nicht so nachteilig auf die Windsicherheit der Konstruktion aus.

Und diese Werkzeuge sollten beim Bau Ihres Gartenhäuschens nicht fehlen, damit die Arbeit zügig und leicht von der Hand geht:

  • 1 Stift (am besten Bleistift)
  • 1 Meter
  • 1 Wasserwaage
  • 1 Winkeleisen
  • 1 Hammer
  • Verschiedene Bits
  • 1 Spaten
  • 1 Kübel für Zement
  • 1 Schrauber (am besten mit Akku)
  • Verschiedene Bohrer für Holz
  • Kapp- und Schwertsäge
  • Stechbeitel

Die wichtigsten Schritte zu Ihrem eigenen Gartenhaus

Schritt Nr. 1: Fundament planen

Bevor Sie überhaupt damit beginnen können, Ihr Holz für Ihr Gartenhaus zu verarbeiten, benötigen Sie nicht nur einen geeigneten Standort, sondern auch ein standsicheres Fundament. Dabei stehen Ihnen verschiedene Versionen zur Verfügung, die sich in ihre Form unterscheiden.

Das „einfachste“ Fundament schaffen Sie, indem Sie die Grundfläche Ihres zukünftigen Gartenhauses mit einer Planierraupe einebnen, um sie dann mit Pflastersteinen auszulegen. Sie können natürlich auch einfache Platten aus Beton dazu nutzen.

Eine komplette Bodenplatte über die gesamte planierte Fläche bietet sich ebenso an.

Das sogenannte Streifenfundament besteht aus schmalen Fundamenten, die lang gezogen sind. Sie kommen jedoch eher bei der Errichtung von Mauern zum Einsatz, da sie hier die Last optimal in den Boden ableiten. Außerdem sind sie für ein Gartenhäuschen zu aufwendig. Wie einfach es ist ein Steifenfundament zu errichten zeigt der Artikel auf diybook.de Streifenfundament selber machen

Eine weitere und auch einfache Möglichkeit, ein sicheres Fundament zu schaffen, finden Sie in dem Punktfundament. Dieses wird an allen Ecken Ihres Gartenhäuschens in den Boden eingelassen. Auch auf halber Strecke zwischen den Eckpunkten des Häuschens sollten Sie Punktfundamente einplanen, damit jede Seite Ihrer Konstruktion auf einem sicheren Boden steht. Diese Variante bringt den Vorteil mit sich, dass sie deutlich mehr Stabilität aufweist, als die Pflasterung. Zudem ist sie weniger aufwendig, als das Streifenfundament und die Platte.

Aus den oben genannten Gründen und um die Sache so leicht wie möglich zu gestalten, entscheiden wir uns hier nun für ein Punktfundament. Für ein Gartenhaus ist dieses optimal.

Schritt Nr. 2: Fundament setzen

Nachdem Sie Ihre Entscheidung hinsichtlich des Fundaments getroffen haben, geht es es an die Umsetzung. Hierzu müssen Sie den Boden erst einmal präparieren. Kennzeichnen Sie sich die Stellen, an denen später Ihre Punktfundamente zum Einsatz kommen sollen. Wie schon erwähnt, sollten diese auf jeden Fall unter jeder Ecke des Gartenhauses und auch zwischen den Eckpunkten auf halber Strecke platziert sein. So geben sie den optimalen Halt für jedes Gartenhäuschen.

Möchten Sie ein Fundament errichten, welches sich auch gegen Bodenfrost bewähren kann, so sollten Sie die Löcher mindestens mit einer Tiefe von 80 cm versehen. Im Quadrat sind 30 cm ausreichend. Eine Verschalung der Löcher mit Brettern macht vor allem dann Sinn, wenn die Erde leicht und locker ist und in das Loch nachrieseln kann.

Den oberen Abschluss sollten Sie auf jeden Fall mit einer Verschalung versehen, da Ihr Fundament einige Zentimenter aus der Erde herausschauen sollte. Sind alle diese Schritte ausgeführt, füllen Sie Ihren Zement in die Löcher und warten die angegebene Trocknungszeit ab. Möchten Sie für einen ganz besonders stabilen Halt Ihres Gartenhauses sorgen, dann können Sie Bodenanker in den noch feuchten Beton einlassen. Oder Sie bohren später Löcher in die bereits trockenen Fundamente, in welche dann Verschraubungen eingebracht werden.

Fundament Basis

Schritt Nr. 3: Rahmen konstruieren, Wände errichten und Fenster einsetzen

Erst, wenn die Punktfundamente vollkommen ausgetrocknet sind, können Sie damit beginnen, die Lagerhölzer zu fixieren und den entsprechenden Rahmen auf den Fundamenten zu befestigen.

Fundament Basis mit Holzwand

Es stehen Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten der Verbindung der einzelnen Holzelemente zur Wahl. Entweder sind Ihre Hölzer, die später die Seitenwände des Gartenhauses bilden werden, mit einer Nut und einer Falz versehen, die genau ineinanderpassen und so einen stabilen Halt geben, oder sie sind mit Aussparungen an den Enden versehen, die sich überlappend ineinanderstecken lassen. Beide Methoden versprechen einen hohen Schutz gegen die natürlichen Elemente wie Wind, Regen, Schnee und Hagel.

Teile für Seitenwände
Eckenverbindung

Errichten Sie nach der Fixierung des Bodenrahmens die ersten drei Reihen Ihrer künftigen Außenwände und klopfen diese vorsichtig mit einem Gummihammer fest. So verhindern Sie, dass sich zwischen einigen Bohlen ein Spalt bildet, der die gesamte Konstruktion verzieht. Vergessen Sie auch nicht, die Hölzer miteinander zu verschrauben. Das sichert Ihnen noch einmal mehr Stabilität des Gartenhauses.

Anhand Ihrer Planungen wissen Sie, an welchen Stellen des Gartenhauses Fenster integriert werden sollen. Haben Sie die von Ihnen eingeplanten Reihen der Wandbohlen angebracht und fixiert, folgen die Fensterausschnitte. Beim Zuschnitt Ihrer Wandbohlen, den Sie entweder selbst durchgeführt haben oder ausführen haben lassen, wurden die entsprechenden Wandbohlen mit den benötigten Aussparungen versehen. Platzieren Sie diese nun und fixieren Sie genauso, wie die bisherigen Holzteile auch.

Elemente für die Fensterausschnitte
Fensterelemente

Schon, wenn Sie drei oder vier Reihen der Fensterelemente gesetzt und fixiert haben, können Sie beginnen, Ihre Fensterzargen einzusetzen. Schieben Sie diese einfach in die Fensteraussparung und verschrauben Sie sie.

Fundament mit Holzwand fast fertig

Ist dieser Schritt geschafft, folgen je nach Ihren persönlichen Planungen die Wandbohlen, die den oberen Teil Ihres neuen Gartenhauses bilden und zum Abschluss das Dach tragen werden.

Schritt Nr. 4: Das Gerüst für das Dach zuschneiden und fixieren

Die Konstruktion des Daches begründet sich auf 4 Dachbalken, die von den Ecken aus kommend in der Mitte des Gartenhauses in einem von Ihnen bestimmten Winkel zusammenlaufen. Fischgrätenartig schließen sich im weiteren Aufbau weitere Dachbalken an. Hier sollten Sie unbedingt darauf achten, sorgfältig zu arbeiten, da schon die kleinsten Ungenauigkeiten zu unerwünschten Nacharbeiten führen können.

Dachbalken

Damit Sie die 4 Dachbalken miteinander verbinden können, benötigen Sie einen kleinen Holzklotz, der genau dazwischen passt. Schrauben Sie die 4 Balken fest, sodass eine stabile Verbindung entsteht. Das sieht dann so aus:

Dachspitze Detail
Fundament mit Holzwand und Dach

Die Dachbalken sollten am unteren Ende mit Aussparungen versehen sein, sodass Sie diese auf Ihre Wandkonstruktion legen können. Messen Sie im Anschluss den Überstand genau aus, um festzustellen, ob sich der kleine Holzklotz genau über der Mitte des Häuschens befindet und so alles gerade angebracht ist.

Ist dies der Fall, fügen Sie weitere Dachbalken hinzu, die Sie an den Seitenwänden positionieren. Am Ende bilden 8 Dachbalken das Grundgerüst Ihres Daches.

Fundament mit Holzwand und Dach mehr Details

Fügen Sie im Anschluss die übrigen Balken ein, sodass das Fischgrätenmuster entsteht. Natürlich haben Sie die Möglichkeit, sich Ihre Dachbalken vom Fachmann zuschneiden zu lassen, sofern Sie sich an diese Aufgabe nicht herantrauen.

Gesamtansicht
Gesamtansicht mt Detail

Schritt Nr. 5: Die Verschalung des Daches und Dachschindeln anbringen

Für die Verschalung des Daches Ihres Gartenhauses benötigen Sie einfach gefalzte Bretter, die Sie sich im Vorhinein haben zuschneiden lassen oder selbst zugeschnitten haben. Fangen Sie am besten am unteren Ende des Daches mit langen Brettern an und arbeiten Sie sich nach oben zum Giebel. Schrauben Sie die Verschalung an den zuvor angebrachten Dachbalken fest, sodass Sie hier eine stabile Grundlage für Ihre Dachschindeln herstellen.

Dachspitze Detail
Fundament mit Holzwand und Dach

Diese bringen Sie im nächsten Arbeitsschritt an. Wichtig ist hierbei jedoch, dass Sie auch wieder am unteren Ende des Daches mit Ihrer Arbeit beginnen und sich nach oben hinaufarbeiten. Lassen Sie einen kleinen Überstand entstehen. Dieser hat den Vorteil, dass Regenwasser direkt an den Schindeln ablaufen kann und nicht in Berührung mit dem darunterliegenden Holz kommt. Bringen Sie die Schindeln immer Reihe für Reihe und immer überlappend an. So schaffen Sie eine regensichere Konstruktion.

Schritt Nr. 6: Den Boden errichten

Der letzte Schritt ist die Errichtung des Bodens. Hierzu verwenden Sie am besten die gleiche Holzart, wie Sie sie für die Verschalung des Daches genutzt haben. Nut und Falz sorgen für eine leichte Zusammenführung und einen sicheren Halt.

Legen Sie die Bretter quer zum Lagerbalken auf und verlegen diese schwimmend. Das heißt, dass die Bretter etwas kürzer sind, als das Innenmaß des Raumes. Holz dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Deshalb ist dieser Abstand zu den Außenwänden wichtig. Stellen Sie diesen mittels Keilen sicher.

Mit der Verlegung des Bodens beginnen Sie im Innenraum in der hintersten Ecke (vom Eingang aus gesehen). Klopfen Sie auch hier wieder die einzelnen Bretter mit einem Gummihammer zusammen, sodass keine Lücken entstehen. Ihre Fußbodenleiste, welche Sie auf die Liste der benötigten Materialien gesetzt haben, fixieren Sie als letztes. Diese können Sie kleben oder verschrauben, wobei die zweite Methode durch das arbeitende Material Holz die sicherste Variante darstellt.

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