So streichst du dein Haus ganz einfach selber

Vorbereitung

Wenn Sie ein Haus selber streichen möchten, dann sollten Sie sich bereits einige Zeit vorher darüber Gedanken machen, ob ein Gerüst notwendig ist und ob und wie die Fassade vorzubereiten ist. Es ist auch wichtig, im Vorfeld das passende und nötige Zubehör zu organisieren, um dann störungsfrei und ohne Zeitverzögerung arbeiten zu können. Vielleicht wohnen Sie aber auch in einer Region, in der es Auflagen hinsichtlich der Farbe gibt, die verwendet werden darf.

1. Muss ich ein Gerüst mieten oder geht es auch anders?

Baugerüst

Es ist nicht immer notwendig, ein Gerüst zu mieten, wenn die Fassade gestrichen werden soll. Handelt es sich um ein doch recht niedriges Gebäude, wie ein Bungalow oder ein eingeschossiges Wohnhaus, so kommt man gegebenenfalls um die Miete eines Gerüstes herum. Es gibt auch variable Leitermodelle, die mit wenigen Handgriffen zu einer Trittfläche verwandelt werden, um auch in die allerletzten Ecken zu gelangen. Neben den Fassadengerüsten gibt es Rollgerüste, die ebenfalls eine gute Wahl sind. Die Rollgerüste sind flexibel einsetzbar und können problemlos an die zu streichenden Stellen geschoben werden. Ein Rollgerüst bietet auch den Vorteil, dass es auch ohne Befestigung an der Fassade feststeht. Soll die Fassade eines mehrstöckigen Hauses gestrichen werden, dann ist ein ganz normales Fassadengerüst die bessere Wahl. Wenn es hoch hinausgeht, sollte an die Sicherheit gedacht werden. Fassadengerüste werden optimal befestigt, sodass Sie sich sehr sicher in der Höhe bewegen und streichen können. Der Aufbau und die Miete des Fassadengerüstes können allerdings mit höheren Kosten verbunden sein. Dennoch ist es eine Überlegung wert, denn Sicherheit geht vor. Muss ein Gerüst auf dem Gehweg platziert werden, dann sollte vorher bei der Gemeinde angefragt werden, wie genau sich das in Ihrem Fall verhält. In einigen Regionen müssen spezielle Anträge gestellt werden, bevor ein Gerüst gestellt werden darf.

2. Muss ich die Fassade vorbehandeln?

Übermaler beseitigen

Bevor eine Fassade neue gestrichen wird, sollte sie gründlich geprüft werden. Lose Farbschichten, Ablagerungen, Verschmutzungen und Verfärbungen sollten beispielsweise mit einer Bürste oder mit dem Hochdruckreiniger entfernt werden. Manchmal bildet sich Moos an der Fassade. Das ist ebenfalls vor dem Neuanstrich zu entfernen. Es gibt außerdem mehrere Testverfahren, um die Beschaffenheit der Fassade herauszufinden:

  • Wischtest

    Beim Wischtest fährt man mit der Hand über den Untergrund. Wird weißer Abrieb an der Hand festgestellt, so muss die Fassade ordentlich abgewaschen und mit Tiefengrund behandelt werden.

  • Kratztest

    Der Kratztest ist dafür da, um festzustellen, um Altanstrich und Putz noch fest sind. Für den Kratztest kann ein Nagel oder ein anderer spitzer Gegenstand verwendet werden. Bröselige und lose Stellen müssen entfernt und neu beigeputzt werden. Würde man auf einen nicht tragfähigen Altanstrich und Putz Farbe aufbringen, dann würde es unweigerlich in absehbarer Zeit zu Abplatzungen kommen.

  • Saugfähigkeitstest

    Mit dem Saugfähigkeitstest möchte man die Saugfähigkeit des Untergrundes herausfinden. Hierbei wird ganz einfach Wasser an die Fassade gespritzt. Falls das Wasser sofort aufgesaugt wird, muss auf jeden Fall eine Grundierung der Fassade durchgeführt werden. Ansonsten kommt es zu einem streifigen Anstrich.

  • Klopftest

    Durch den Klopftest werden Hohlräume hinter der Putzschicht ausfindig gemacht. Vorzugsweise nimmt man zum Klopfen einen Hammer oder ein Holzstück. Hohlräume müssen entfernt werden, indem sie aufgeschlagen und beigeputzt werden.

Möchten Sie die Fassade behandeln, dann sollten Fensterbänke, Türen und Fenster mit Folie abgedeckt und abgeklebt werden. Im ersten Schritt wird die Fassade mit Wasser und einer Schrubberbürste gereinigt. Ist ein Hochdruckreiniger vorhanden, dann ist er die bessere Wahl zur Reinigung der Fassade. Dank der Reinigung wird die Fassade staubfrei gemacht. Außerdem kommen Schwachstellen der alten Farbe und des Putzes zum Vorschein. Sind kleinere Risse vorhanden, nutzt man Acryl oder den speziellen Reparaturmörtel, um diese auszubessern. Bei großflächigen Beschädigungen sollte mit dem Originalputz ausgebessert werden. Bevor ein frisch aufgetragener Putz überstrichen werden darf, können allerdings einige Wochen ins Land gehen. Stark saugende und ungleichmäßig saugfähige Untergründe sollten mit einer Grundierung vorbehandelt werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

3. Welches Zubehör brauche ich?

Maler Zubehör

Um eine Fassade optimal vorzubereiten, wird in bestimmten Fällen auch Zubehör wie Putzerwerkzeug, Spachtelmasse, Putz und Mörtelkübel notwendig. Für die Reinigungsarbeiten an sich ist eine Schrubberbürste sehr wichtig. Ein Hochdruckreiniger ist ebenfalls eine gute Wahl, um die Fassade des Hauses gründlich zu reinigen. Um Ausbesserungsarbeiten der Fassade vorzunehmen, kann Acryl oder Putz notwendig werden. Zur Grundierung mit Tiefengrund bietet sich eine Malerbürste oder eine Fassadenrolle an.

4. Baurechtliche Vorschriften – nicht überall darf man jede Farbe streichen

Pinkes Haus

In einigen Gemeinden und Städten wird vom Bauamt vorgegeben, welche Farbe verwendet werden darf. Von daher sollte im Vorfeld mit dem zuständigen Sachbearbeiter gesprochen und darüber abgestimmt werden, welche Farbe zum Einsatz kommen darf. Hat man das Glück, in einer Region zu wohnen, in denen es keinerlei Vorgaben gibt, so kann eine beliebige Farbe verwendet werden.

Farbauswahl:

1. Wie viele Eimer Fassadenfarbe brauche ich?

Eimer mit Fassadenfarbe

Die Reichweite ist von Farbe zu Farbe unterschiedlich. Je deckender eine Farbe ist, umso mehr Farbe wird im Endeffekt benötigt. Auf jedem Farbeimer wird die durchschnittliche Reichweite angegeben. Von daher sollte man sich im Vorfeld genau überlegen und ausrechnen, welche Fläche vorhanden ist. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt für die Reichweite ist der Untergrund an sich. Ist der Untergrund recht saugfähig, dann reicht man im Endeffekt nicht ganz so weit. Ratsam ist es, nicht ganz genau die Eimeranzahl zu bestellen, die man sich ausgerechnet hat. Erfahrungsgemäß braucht man doch ein wenig mehr und von daher ist es empfehlenswert, einen Eimer mehr zur Verfügung zu haben.

2. Welche Fassadenfarbe nehme ich am besten?

Aktuell sind Silikat- und Silikonharzfarben als Fassadenfarben sehr angesagt. Im Bereich der Silikatfarben gibt es bereits fertig gemischte Dispersionssilikatfarben, die sich durch eine besonders leichte Verarbeitung auszeichnen. Sie bieten der Fassaden einen guten Schutz gegen Regen und sind diffusionsoffen. Sind allerdings alte Dispersionsanstriche oder Kunstharzputze an der Fassade vorhanden, sollte die Silikatfarbe nicht aufgebracht werden.

Dispersionsfarben sind ebenfalls für das Streichen der Fassade sehr gut geeignet. Sie können auf fast alle Untergründe aufgebracht werden. Allerdings bieten sie eine geringere Diffusionsfähigkeit. Ein direktes Aufbringen auf vorhandenen Kalkanstrichen oder Silikatanstrichen sollte nicht erfolgen.

Silikonharzfarben bieten aktuell die höchste Qualität in Sachen Fassadenfarbe. Sie sind besonders wasserabweisend, lassen sich sehr einfach verarbeiten und mit der Rolle oder dem Pinsel auftragen. Sie zeichnet sich durch eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit und eine spannungsarme Trocknung aus.

3. Welche Tönung soll sie haben?

Fassadenfarben gibt es nicht nur in einem strahlenden Weiß. Es gibt eine unzählige Anzahl von Farbtönen, in denen Fassadenfarben bestellt werden können. Dank der Fassadenfarbe Farbpalette gibt es einen guten Überblick über die möglichen Farben. Allerdings sollte man im Vorfeld abklären, ob die Farbe auch wirklich aufgebracht werden darf oder ob nur ganz spezielle Farbtöne verwendet werden dürfen.

Durchführung:

1. Wie streicht man am besten – von oben nach unten oder doch lieber von unten nach oben?

Fassade streichen mit Pinsel

Wichtig ist es, zusammenhängende Flächen stets am Stück zu streichen. Nur so wird vermieden, dass Absätze erkennbar sind. Vorzugsweise sollte man zunächst Übergänge zu Türen und Fenstern sowie Ecken und Kanten mit einem Pinsel streichen. Danach kann es an die großen Flächen gehen. Hierfür sollte auf den Fassadenroller zugegriffen werden. Mit ihm wird die Farbe besser verteilt als mit einem Pinsel. Im ersten Gang sollte man von oben nach unten streichen. Als Nächstes streicht man kreuz und quer und dann streicht man nochmal von oben nach unten. Durch diese Technik wird gewährleistet, dass die Farbe optimal verteilt wird.

2. Kann ich auch bei direkter Sonneneinstrahlung streichen?

Streichen in der Sonne

Wichtig ist es, zusammenhängende Flächen stets am Stück zu streichen. Nur so wird vermieden, dass Absätze erkennbar sind. Vorzugsweise sollte man zunächst Übergänge zu Türen und Fenstern sowie Ecken und Kanten mit einem Pinsel streichen. Danach kann es an die großen Flächen gehen. Hierfür sollte auf den Fassadenroller zugegriffen werden. Mit ihm wird die Farbe besser verteilt als mit einem Pinsel. Im ersten Gang sollte man von oben nach unten streichen. Als Nächstes streicht man kreuz und quer und dann streicht man nochmal von oben nach unten. Durch diese Technik wird gewährleistet, dass die Farbe optimal verteilt wird.

3. Wie viele Anstriche und wann? Erst warten oder nicht?

Fassade streichen

Generell gibt es einen Vor- und einen Schlussanstrich. Der erste Anstrich wird in der Regel verdünnt aufgetragen. Je nach Fassadenfarbe wird diese mit rund 10 bis 15 Prozent Wasser gemischt. Dann trägt man die Farbe mit einem Fassadenroller auf. Nun muss man eine gewisse Trocknungszeit abwarten, bis der Schlussanstrich erfolgen kann. Die Trocknungs- und Überstreichzeiten variieren von Farbhersteller zu Farbhersteller und können auf den Farbeimern abgelesen werden. Erst wenn der Voranstrich richtig getrocknet ist, darf der Schlussanstrich in unverdünnter Form erfolgen.

Nacharbeiten:

1. Stellen, die ich mit der großen Rolle nicht erwischt habe, mit dem Pinsel nachstreichen

Es gibt immer wieder Stellen, die schwer zugänglich sind und mit der Rolle nicht abgedeckt werden können. Das können beispielsweise Anschlüsse zum Dach, Anschlüsse zu Fensterbänken und anderen Ecken und Kanten sein. In diesen Fällen muss man einfach nur mit dem Pinsel nachstreichen. Solche Stellen lassen sich leider nicht vermeiden, sind aber schnell nachgearbeitet.

2. Übermaler wie beseitigen?

fassade vorbehandeln

Wenn man Fenster, Türen und Fensterbänke optimal mit Abdeckplane abdeckt und mit Kreppband abgeklebt, kommen keine Farbkleckser und Ähnliches auf Fensterrahmen und Bänke. Falls doch Farbe auf einen Fensterrahmen oder auf die Fensterbank gekommen ist, sollte man recht rasch handeln und die Farbe schnell mit lauwarmem Wasser abwaschen. Solange sie noch frisch ist, lässt sie sich einfacher entfernen. Falls die Farbe schon angetrocknet ist, kann man es ebenfalls noch mit Wasser versuchen. Meistens ist aber gröberes Werkzeug notwendig. Bestenfalls lässt sich die Farbe mit einem Schwamm durch kräftiges Rubbeln entfernen. In besonders hartnäckigen Fällen kann es aber auch passieren, dass ein Schabwerkzeug (beispielsweise Ceranfeldschaber) zum Einsatz kommen muss. Um sich die Nacharbeit zu ersparen, sollte doch lieber im Vorfeld ordentlich abgeklebt und abgedeckt werden.

So streichst du dein Haus ganz einfach selber
4.67 (93.33%) 3 votes