Zündkerzen wechseln so wird es gemacht

Zündkerzen zählen zu den Verschleißteilen und müssen daher regelmäßig ausgetauscht werden. Die Lebensdauer einer Zündkerze ist aufgrund bleifreier Kraftstoffe (geringere Verunreinigung) erheblich angestiegen. Elektroden verschleißen primär aufgrund von Korrosion oder Abbrand. Dieser Verschleiß sorgt für einen erhöhten Zündspannungsbedarf. Die normalen Kerzen sollten zwischen 15.000 und 20.000 km ersetzt werden. Ansonsten könnte es negative Auswirkungen auf die Motorleistung mit sich bringen. Teurere Zündkerzen, die mit Platin-, Kupfer oder Silberelektroden versehen sind, können teilweise 50.000 km und länger im Fahrzeug zum Einsatz kommen.

Fahrzeughalter sollten die Elektrodenabstände regelmäßig kontrollieren. Für diesen Zweck gibt es eine Zündkerzenlehre. Bei ganz normalen Zündkerzen liegt der Elektrodenabstand bei 0,7 mm. Ist der Abstand zu groß, so wird durch das Nachbiegen der Masseelektrode der richtige Abstand erreicht. Diese Korrektur sollte alle 5.000 bis 8.000 km durchgeführt werden.

Mittlerweile gibt es verschiedene Zündkerzenbauformen. Aufgrund des Platzmangels wurden zum Beispiel Gewindedurchmesser reduziert. Auch die Länge und die Sitzform variieren. Ebenfalls gibt es Unterschiede hinsichtlich der Funkenanlagen, des Isolierkörpers und des Elektrodenmaterials. Außerdem gibt es die Zündkerzen mit unterschiedlichen Wärmewerten, die gerade im Tuningbereich von großer Wichtigkeit sind.

Der Wärmewert – Besonders interessant

Jede Zündkerze ist für einen bestimmten Wärmebereich ausgelegt. Dieser kann zwischen 400 und 850 Grad liegen. Der Temperaturbereich darf nicht unter- und nicht überschritten werden. Wird der Temperaturbereich unterschritten, so wird ein Verrußen der Kerze festgestellt. Unkontrollierte Glühzündungen gibt es, wenn die Maximaltemperatur der Kerze überschritten wird. Soll die Leistung des Motors durch Tuning gesteigert werden, so ist es interessant zu wissen, dass Motoren mit einer höheren Leistung mit höheren Temperaturen verbrennen. Merken kann man sich: Hochleistungsmotoren benötigen einen hohen Wärmewert und Drosselmotoren mit einer geringen Literleistung benötigen normalerweise einen niedrigeren Wärmewert.

Der Wärmebereich der Zündkerze muss bei der Auswahl der Zündkerzen beachtet werden. Für jeden Motor gibt es vorgeschriebene Wärmewerte, die eingehalten werden müssen. Die Wärmewerte, die für den eigenen Motor benötigt werden, können normalerweise in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs nachgelesen werden. Bei älteren Motoren liegen die Wärmewerte üblicherweise zwischen 145 und 240. Diese Zahlen sind Vergleichszahlen, die durch Buchstabenkombinationen abgelöst wurden. Allerdings wurden die Vergleichszahlen von den verschiedenen Zündkerzenherstellern unterschiedlich ersetzt.

Werden Kerzen mit höheren Wärmewerten verwendet, so ist man vor Glühzündungen, örtlichen Überhitzungen der Kerzen und Elektrodenabbrand geschützt. Bei Stadtrundfahrten und im Leerlauf ist es allerdings möglich, dass die Selbstreinigungstemperatur der Kerzen unterschritten wird und somit Verrußungen, Verölungen oder Verkokungen entstehen. Im Endeffekt läuft der Motor bei niedrigen Drehzahlen unruhig, hat einen unzuverlässigen Leerlauf und verbraucht mehr Benzin. Bei Rennmotoren wurde es deswegen vor Jahren so gehandhabt, dass Rennautos mit Warmlaufkerzen warmgefahren wurden. Erst danach wurden die eigentlichen Rennkerzen eingesetzt.

Bei getunten Serienmotoren treten im Normalfall derartig hohe Werte nicht auf. Ein gutes Mittelmaß hinsichtlich des Wärmewertes sollte trotzdem gefunden werden, um stets eine optimale Betriebsfähigkeit zu gewährleisten. Für diesen Fall bieten sich Zündkerzen mit erweiterten Wärmewertbereichen an. So gibt es beispielsweise Kerzen mit einem Wärmewertbereich zwischen 200 und 250. Diese Spezialzündkerzen gibt es meistens mit Kupfer- oder Platinelektroden. Interessante Spezialzündkerzen bieten Bosch und Champion an. Die Superzündkerze von Bosch verfügt über eine Mittelelektrode (meistens mit Nickel-Chrom-Legierung), die mit einem Kupferkern versehen ist. Dieser Kupferkern verfügt über einen erweiterten Wärmebereich. Die Kerze von Champion ist mit einer zweifachen Kupferelektrode versehen, die dieselben Effekte bringt.

Die richtigen Kerzen finden

Es ist nicht leicht, äquivalente Kerzen verschiedener Hersteller herauszufinden, da es keine einheitlichen Wärmewert-Bezeichnungen gibt. Beru und Bosch hatten anfangs einheitliche Werte. Doch Bosch hat auch auf andere Bezeichnungen umgestellt, sodass es auch hier keine einheitlichen Bezeichnungen mehr gibt.

Bei der Auswahl des Wärmewerte ist es immer wichtig, von dem Serienmotor auszugehen. Wurden nur geringfügige Tuningmaßnahmen durchgeführt, so können in der Regel die herkömmlichen Zündkerzen verwendet werden. Bei stark frisierten Motoren kann jedoch ein Umstieg auf einen höheren Wärmewert notwendig sein. Durch das Tuning kommt es zu einer höheren Verdichtung und einer höheren Temperatur. Wer sich nicht sicher ist, ob die Zündkerzen ausreichend, der sollte die Kerzen genauer kontrollieren. Kommt es beispielsweise zu Glühzündungen oder starken Abbrand, so sollten unbedingt Kerzen mit einem höheren Wärmewert verwendet werden. Verrußen die Kerzen, so sollten Zündkerzen mit niedrigerem Wärmewert zum Einsatz kommen.

In der kalten Jahreszeit kann es sinnvoll sein, Zündkerzen mit einem niedrigeren Wärmewert zu verwenden, um das Startverhalten und die Kaltlaufeigenschaften des Motors zu verbessern. In diesem Fall sollte allerdings nicht unter Vollgas gefahren werden. Ist der Wärmewert zu niedrig, kann es zu örtlichen Überhitzungen oder sogar einem Motorschaden kommen.

Allgemein ist es sehr sinnvoll, auf Markenzündkerzen zurückzugreifen. Auch wenn gelegentlich Wunderzündkerzen mit tollen Versprechungen angepriesen werden, sollte man lieber die Hände davon lassen. Einige Zündkerzen sollen beispielsweise den Benzinverbrauch reduzieren, gleichzeitig aber auch die Leistung steigern. Das ist ganz einfach nicht möglich. Derartige Behauptungen sind falsch. Stattdessen ist es sogar möglich, dass falsche Wärmewerte, falsche Elektrodenabstände und weitere Fehler zu einem Leistungsabfall beitragen können.

Die verschiedenen Kerzengesichter

Ob der Vergaser richtig eingestellt ist, der Betriebszustand des Motors stimmt und der Wärmewert passt, all das sieht man anhand des Kerzengesichts. Es gibt verschiedene Anhaltspunkte, die man beachten sollte:

Isolierkörper: mittelbraun bis hellbraun
Rest: dunkelgrau
  • Wärmewert stimmt
  • Vergasereinstellung stimmt
  • Motor ist ok
Isolierkörper: schwarzer Rußbelag , samtartig
Rest: schwarzer Rußbelag , samtartig
  • Kerze verrußt – Wärmewert vielleicht zu hoch oder zu fetter Vergasereinstellung
  • Eventuell zu häufige Stadt- und Kurzstrecken
  • Nur bei vereinzelten Kerzen: entweder defekte Kerze oder Kerzenkabel/Endstörstecker
Kerzen: sehr helle Farbe (meist hellgrau bis weißgrau) und mögliche Schmelzperlen
  • Wärmewert zu niedrig oder
  • Vergasereinstellung zu mager

*Der Motor sollte vor der Prüfung der Kerzengesichter unbedingt ordentlich warmgefahren werden. Werden die Kerzen nach Kurzstrecken überprüft, so sind doch Fehlschlüsse möglich.

Neue Zündkerzen einbauen – So geht es

Müssen die Zündkerzen ausgetauscht werden, so sollten diese nie in den heißen Zylinderkopf geschraubt werden. Unter Umständen wird das Gewinde am Zylinderkopf zerstört. Auch wird es den Effekt haben, dass die Zündkerzen nach der Abkühlung des Motors bombenfest sitzen (bei Leichtmetallzylinderköpfen). Ebenfalls sollte vor dem Einschrauben der Kerzen Graphit auf das Kerzengewinde aufgestreut werden. Das Ölen des Gewindes hingegen ist tabu. Um den Gewindelauf nicht zu beschädigen, muss die Kerze von Hand gerade eingesetzt werden. Lassen sich die Kerzen nur schwer einschrauben, so sollte man nie Gewalt anwenden. Stattdessen ist es sinnvoll, die Zündkerze wieder herauszuschrauben. Zerquetschte Gewindegänge können oft nachgeschnitten werden, wenn sie noch nicht zu stark zerstört sind. Bei Leichtmetallgewinde kann das Gewinde zu stark in Mittleidenschaft gezogen worden sein, dass es durch normales Nachschneiden nicht wieder gängig gemacht werden kann. Mit Heli-Coil-Gewindeeinsätzen kann das Gewinde wieder hergestellt werden. Werden neue Zündkerzen mit einem flachen Dichtring aus Weichmetall verwendet, so ist ein größerer Anziehwinkel (ungefähr 90 Grad) erforderlich. Bei einem Kegeldichtring liegt der Winkel bei 15 Grad.

Zündkerzen wechseln so wird es gemacht
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